Carmen Nebel: Abschied als Kolumnistin bei „Frau im Spiegel"

Nach acht Jahren mit über 400 Kolumnen beendete Carmen Nebel ihre Tätigkeit als Kolumnistin bei dem People-Magazin „Frau im Spiegel".


Carmen Nebel (Foto: M. Esser)

Carmen Nebels Manager Peter Wolf nannte als Grund für das Ende der Kolumnistentätigkeit von Carmen Nebel mehrfache Veröffentlichungen von Unwahrheiten und Verletzung der Privatsphäre in Zeitschriften der WAZ-Mediengruppe, in der auch die „Frau im Spiegel“ erscheint.  

Der Abschied fällt mir auch deshalb schwer, weil mir die „Frau im Spiegel“ sehr ans Herz gewachsen ist. Ganz besonders bedanken möchte ich mich bei Chefredakteurin Claudia Cieslarczyk“, so Carmen Nebel in ihrer Abschiedskolumne, die in der Ausgabe der „Frau im Spiegel“ vom 30. März 2011 erschienen ist.

Das Honorar ihrer wöchentlichen Kolumne wurde zugunsten des „Fördervereins für krebskranke Kinder e.V. Freiburg“ gespendet. Carmen Nebel wird auch zukünftig die Kinderklinik in Freiburg unterstützen.

Wie Carmen Nebels Manager Peter Wolf sagte, wird es zeitnah ein Buch mit den besten Carmen Nebel-Kolumnen geben. „Auch dieses Honorar wird Carmen Nebel zu 100% der Kinderkrebsklinik in Freiburg zur Verfügung stellen.“

Abschiedskolumne von Carmen Nebel in der Ausgabe der „Frau im Spiegel“ Nr. 14 vom 30. März 2011

Liebe Leserinnen,

als ich seinerzeit gefragt wurde, ob ich nicht Kolumnen schreiben möchte, habe ich spontan Nein gesagt. Nein, ich möchte nicht, denn ich bin keine Journalistin. Bis dahin hatte ich vermieden, etwas öffentlich zu tun, von dem ich der Meinung war, es nicht gut zu können – zum Beispiel: Singen. Dann aber hatte mein Manager und Geschäftspartner Peter Wolf, eine seiner besonders listigen Ideen. Er meinte, so eine Kolumne, das wäre doch eine hübsche und regelmäßige Einnahmequelle, allerdings nicht für mich, sondern für die Kinderkrebsklinik in Freiburg. Dieser Einrichtung, für die ich mich seit Jahren engagiere, könne ich doch die Honorare spenden. Ich sagte: „ja“. Und nun sind es gut sieben Jahre, in denen Sie an dieser Stelle meine Gedanken lesen konnten. Ich dachte damals, wenn das ein Jahr gut geht, dann ist schon viel gewonnen. Nun ist es so: Wenn Sie meine erste Kolumne auf der Entbindungsstation gelesen haben, dann kann ihr Nachwuchs selbst schon lesen. Ich hab gar nicht gemerkt, wie die Zeit vergangen ist. Und Sie sind „schuld“ daran. Sie haben mir Mut gemacht. Sie haben mich gelobt oder kritisiert, vieles so gesehen wie ich oder auch ganz anders, aber Ihr Interesse war immer ein Riesenkompliment für mich. Herzlichen Dank dafür! Wenn es am schönsten ist, soll man aufhören, heißt es. Das ist leichter gesagt als getan, denn es könnte ja noch schöner werden. Aber mein Gefühl sagt mir, dass jetzt ein guter Zeitpunkt ist, meine Karriere als Hobby-journalistin zu beenden. Das fällt mir auch deshalb schwer, weil mir die Frau im Spiegel sehr ans Herz gewachsen ist. Ganz besonders bedanken möchte ich mich bei Chefredakteurin Claudia Cieslarczyk. Aber auch sie wird mir, trotz aller gegenseitigen Sympathie, nichts mehr zahlen, wenn ich nichts mehr schreibe. Was also wird mit den kranken Kindern in Freiburg? Erstens wird es ein Kolumnenbuch geben, dessen Einnahmen der Klinik zugutekommen, und zweitens werde ich ganz sicher neue Wege finden, „meine“ Freiburger Kinder und ihre Eltern zu unterstützen. Theodor Fontane hat geschrieben: „Abschiedsworte müssen kurz sein wie Liebeserklärungen.“ Ganz in diesem Sinne werde ich mich jetzt von Ihnen als Autorin verabschieden. In meinem Hauptberuf als Moderatorin möchte ich Sie aber gleich wieder begrüßen, und zwar am Samstag- abend im ZDF, 20:15 Uhr. Udo Jürgens, Andrea Berg und viele andere Stars sind auch dabei. Ich freue mich auf Sie!